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Migrolino

22. Januar 2009, Konsumentenschutz Schweiz zu Migrolino

"Migrolino - nüchtern betrachtet"

Woran denken Sie beim Namen Migrolino? Aus wessen Haus kann der Name wohl stammen? Wenn Sie jetzt auf Migros tippen, dann treffen Sie voll ins Schwarze, beziehungsweise ins Orangene. Aber die Frage war ja auch nicht besonders schwierig zu beantworten.

Aber zum Thema: Die Migros plant bis 2010 160 Migrolino-Läden zu eröffnen. In den Fertigessen-Läden gibt es zu Migros-Preisen Fertigprodukte, frisches Gemüse und Obst. Und auch Wein, Bier und Zigaretten. Ich will jetzt nicht damit kommen, daß sich Gottlieb Duttweiler im Grabe umdrehen würde, wenn er das erführe. Dem Migros-Gründer war es jedoch ein wichtiger, ethischer Grundsatz, in seinen Läden weder Alkohol noch Tabakwaren anzubieten.

Migrolino sei nicht Migros, betont die Migros, die Kunden könnten wohl zwischen den beiden Geschäften unterscheiden. In der Migros werde auch weiterhin kein Alkohol verkauft: Die Konsumenten würden das durchaus schlucken, daß der Verkauf von Alkohol in der "richtigen" Migros weiterhin tabu sei. Ich gehe eher davon aus, daß dies ein Versuchsballon ist und die Migros die Reaktionen der Genossenschafter und der Öffentlichkeit testen will.

Was ich jedoch wirklich bedenklich finden: Viele dieser 160 neuen Migrolinos werden Tankstellen angeschlossen sein.  Ausgerechnet mit Autofahrerern will Migros, pardon, Migrolino herausfinden, wie weit auch in ihren Läden Wein und Bier Käufer finden. Nüchtern betrachtet, scheinen mir die Grundsätze von Duttweiler doch massiv unter die Räder gekommen zu sein...

Sara Stalder
Geschäftsleiterin Stiftung für Konsumentenschutz 

Verweis / Quelle: Konsumentenschutz.ch



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